Das Buch „Karnivoren – Biologie und Kultur Fleischfressender Pflanzen“ gehört wahrlich nicht mehr zu den Schnäppchen unter den Büchern über fleischfressende Pflanzen, aber für wen sich der Kauf lohnt, was man erwarten kann und meine persönliche Meinung, will ich euch in dieser Buchrezensionen mitteilen.
Der Inhalt
Nach dem Vorwort und der Einleitung in dem es auch um die Entdeckung und den Zweifel an fleischfressende Pflanzen geht, folgen die verschiedenen Lebensräume: Moore/Sümpfe, Gewässer, Sandflächen, Felsstandorte und Wälder.
Das nächste Kapitel „Biogeographie und Diversität“ zeigt an Hand von Karten die Artenvielfalt und die globale Verteilung fleischfressender Pflanzen.
Jetzt kommt das was Karnivoren von andren Pflanzen unterscheidet und uns als Fleischi-Fans wohl am meisten Begeistert, die Kapitel „Anlocken und Fang“ und „Verdauung und Verwertung“. Wer schon immer wissen wollte welche Verdauungsenzyme genau produziert werden oder wie die Verwertung der Nahrung in der Pflanze funktioniert, ist hier gut aufgehoben.
In den nächsten beiden Kapiteln „Beute“ und „Mitesser am gedeckten Tisch der Karnivoren (Kommensalismus)“ geht man auf die Beute der fleischfressenden Pflanzen ein und wie andere Tiere sich diese Pflanzen zu nutze machen. Einige User aus dem Forum und auch ich, konnten dieses Verhalten auch schon selber beobachten (siehe: Spinnen in Kannen und Ungewollter Mitbewohner).
In dem Buch kommen auch Tiere fangende Pflanzen vor, die keine Karnivoren sind, denn nicht jede Pflanze die in der Lage ist Beute zu fangen, will diese auch verdauen.
Weiter geht’s danach mit den Kapiteln „Evolution und Karnivorie“, „Kultur“ (welche sich mit den Grundlagen, der Temperatur, dem Licht, der Luftfeuchtigkeit und noch viel mehr beschäftigt) und dem „Naturschutz“.
Auf folgende Pflanzen wird noch einmal ausführlicher eingegangen was z.B. Kultur, Merkmale und Fangmechanismus angeht:
- Bromeliaceae, Ananasgewächse
- Byblidaceae, Regenbogenpflanzen
- Cephalotaceae, Zwergkruggewächse
- Diaoncophyllaceae, Hakenblattgewächse
- Drosophyllaceae, Taublattgewächse
- Droseraceae, Sonnentaugewächse
- Lentibulariaceae, Wasserschlauchgewächse
- Nepenthaceae, Kannenpflanzen
- Roridulaceae, Wanzengewächse
- Sarraceniaceae, Becherpflanzen
- Tiere fangende Moose und Pilze
Die Optik
Das Buch “Karnivoren – Biologie und Kultur Fleischfressender Pflanzen” erinnert mich wegen dem 2 spaltigen Seitenlayout, der Außenmaße (26,4 x 19,6 x 2 cm), der verwendeten Grafiken und Tabellen beim Lesen sehr an mein früheres Biobuch aus der Schule. Es hätte ruhig etwas Moderner und lockerer Gestalter werden können. Die verwendete Kanne als Motiv auf dem Hardcover ist auch recht langweilig im Vergleich zu den wirklich farbenfrohen und exotischen Versionen die einige Kannenpflanzen entwickeln.
Was ich damit sagen will ist, dass das Motiv eher schlecht gewählt ist und es leider nicht schafft den sehr guten Inhalt des Buches widerzuspiegeln.
Die 160 Abbildungen in dem Buch, unter anderem von Weltkarten, Makro- und Rasterelektronenmikroskop-Aufnahmen, würden auf Hochglanzseiten sicherlich besser rüberkommen, aber die verwendeten Seiten sind robust und ließen sich auch gut durchblättern.
Die Zielgruppe
Das Buch richtet sich an Karnivoren Begeisterte die noch einiges mehr an Hintergrundinformationen haben wollen als es in anderen Büchern oder im Internet zu lesen gibt. Es werden zwar auch Anfänger Fragen behandelt wie „Worauf ist beim Einkauf der Pflanzen zu achten?“, aber wenn man noch nicht genau weiß wie lange man sich mit dem Hobby fleischfressende Pflanzen überhaupt beschäftigen will, dann ist dieses Buch einige Nummern zu groß.
Wem der Preis nicht abschreckt und nach weiterem Wissen giert, wird mit diesem Werk wirklich gut bedient sein und auch seine Freude daran haben.
Daten zum Buch
Seiten: 224 Seiten
Autoren: Wilhelm Barthlott, Stefan Porembski, Rüdiger Seine, Inge Theisen
Erscheinungsjahr: 2004
Verlag: Ulmer
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-8001-4144-9
Größe: 26,4 x 19,6 x 2 cm
Mein Fazit
Ein interessantes Buch über fleischfressende Pflanzen mit mehr Hintergrundwissen als ich erwartet hätte. Es werden auch Themen behandelt nach denen man sonst nie gesucht hätte, wie z.B. welche Nährwerte hat die Beute, wie sieht die Fangblase der Utricularia unter dem Rasterelektronenmikroskop aus oder wie reagierten die Menschen auf die Entdeckung der fleischfressenden Pflanzen.
Das Buch bekommt von mir 5 von 5 möglichen Fallen.
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Wenn du das Buch „Karnivoren – Biologie und Kultur Fleischfressender Pflanzen“ bereits hast sag uns doch deine Meinung dazu bzw. wenn du es noch nicht hast, ob du es dir kaufen würdest.

Mir war dieses Buch immer selber zu teuer, grad weil es auch günstigere über Karnivoren gibt, aber dann habe ich es von meinen Eltern zum Geburtstag bekommen und kann es nach dem durchlesen nur weiterempfehlen.